Erörterungen schreiben

1.Definition
2.Arten der Erörterung
3. Voraussetzung der Erörterung
4. Methodik der Erörterung
5.Problemerörterung anhand eines Textes
6. Schema der Problemerörterung anhand eines Textes

1. Definition

Erörtern bedeutet die Auseinandersetzung mit einer Sachfrage, einer These, einem Problem oder einer Meinung. Jeder Mensch ist tagtäglich gezwungen, sich mit bestimmten Fragen, Problemen oder Erfahrungen auseinander zu setzen, zwischen Alternativen eine Entscheidung zu treffen, Einigung in Streitfragen herzustellen, Situationen zu überdenken und zu beurteilen, sich über Sachverhalte klar zu werden, sie zu den eigenen Kenntnissen in Beziehung zu setzen und persönlich Stellung zu nehmen.

Die Erörterung dient dazu:

Erörtern nennt man jenes Überlegen, Vergleichen und Abwägen, das einem Urteil, einer Entscheidung vorausgeht.

2.Arten der Erörterung

Folgende Arten der Erörterung werden unterschieden:
2.1 die 'sachbzogene Erörterung' oder auch 'lineare Erörterung':
Dabei ist das Thema als Sachfrage formuliert (z.B. Wie stellen Sie sich den sinnvollen Einsatz des Internets beim Lernen vor?)
Diese Erörterungstyp gibt Antwort auf eine Ergänzungsfrage und verlangt in erster Linie Sachverhaltsdarstellungen.
Es muss etwa erklärt werden, wie das Lernen über Internet funktioniert oder was überhaupt der Begriff"Internet" bedeutet.
2.2 die dialektische oder Problem bezogene Erörterung:
Dabei ist das Thema als Wertfrage gestellt (z.B. Sind Printmedien Orientierungshilfen oder Instrumente der Massenmanipulation? )
Bei dieser Form der Erörterung wird eine Stellungnahme zu einem Problem erwartet-Entscheidungsfrage- Pro und Kontra muss gegeneinander abgewogen werden. Stellungnahme und Positionierung wird am Schluss erwartet.
2.3 die Problemerörterung anhand von Texten:
Sie hat einen Text zur Grundlage, in dem sich ein Verfasser zu einem Problem äußert und eine bestimmte Meinung vertritt, z.B. zu einem aktuellen Zeitungsartikel.

3. Voraussetzungen der Erörterung

Die Grundvoraussetzungen jeder Erörterung sind gute Sachkenntnisse und eine fundierte Argumentation.
Argumentieren heißt: seine Behauptungen oder Meinungen begründen und beweisen. Überzeugungskraft erhalten Argumente nur dadurch, dass sie durch Begründungen gestützt werden. Eine vollständige Begründung (Argumentation) umfasst Argument, Beweis/Beleg (Begründung) und Beispiel und führt vom Abstrakten (These) zum Konkreten (Beispiel).

Beispiel:

These:
Klonen von Menschen ist nicht nur aus ethischen Gründen abzulehnen, sondern auch aufgrund menschlicher Vernunft.
Beweis/Beleg/Begründung
Denn das Klonen von Menschen ist ein sehr riskantes Experiment. Die Schäden, die dabei angerichtet werden, sind nicht abzusehen.
Daher handeln Reproduktions-Mediziner wie 'Antinori' oder 'Boisselier' verantwortungslos und aus purer Geschäftemacherei.
Beispiel
Tierversuch: Klonschaf Dolly

4. Methodik der Erörterung

Wenn die Erörterung auf fundierten Argumentationen beruht, dann ergibt sich, dass jede Erörterung einen klaren, übersichtlichen und folgerichtigen Aufbau haben muss. Erörterungen sind zielgerichtet; sie sollen zu einem Urteil, zu einer Entscheidung führen. Der Weg zu diesem Ziel, also das methodische Vorgehen, ist durch logische Einzelschritte (Argumentationen) charakterisiert. Je nach Art der Erörterung sieht die Methodik anders aus.

5. Problemerörterung anhand eines Textes

Die Texterörterung, die eigentlich eine Problemeröreterung anhand eines Textes ist, wird immer häufiger bei Klausuren und auch Aufnahmeprüfungen in diverse Fachhochschulen verlangt. Bei der Texterörterung findet die Auseinandersetzung mit aktuellen Problemen und literarischen Werken auf zwei Ebenen statt: mit dem Text selbst und mit Meinungen zum Text (Sekundärliteratur).
Der Problemerörterung anhand eines Textes liegt in der Regel ein Text zugrunde, in dem sich - wie schon gesagt - ein Verfasser zu einem in der Öffentlichkerit debattierten Problem oder einem spezifischen literarischen Problem äußert und eine bestimmte Auffassung dazu vertritt, die in argumentativer Form dargeboten wird.
Die Erörterung einer solchen Textvorlage erfordert:

5.1 das Verstehen des Inhalts des Textes, also

5.2 das Erkennen des Verwendungszusammenhangs des Textes, also

5.3 die kritische Prüfung der Textvorlage, also

5.4 das eigene Urteil zur Textvorlage, aIso

Der wichtigste Teil einer solchen Erörterung ist die kritische Prüfung des Textes, bei der eine sachliche Auseinandersetzung mit Inhalt, Argumentation, Position und Absicht der Textvorlage bzw. des Verfassers verlangt ist. Diese Auseinandersetzung wird geführt auf der Grundlage der eigenen Auffassung und Wertung (z.B. eines Zeitungsartikels). Das Ergebnis dieser Ausehnandersetzung ist dann eine Beurteilung der Textvorlage bzw. der Verfasserposition. Dabei sind grundsätzlich drei Richtungen rnöglich:

Entweder stimmt man dem Verfasser zu, oder man lehnt seine Auffassung ab, oder man stimmt nur teilweise zu.

Die Methodik dieser textbezogenen Erörterung ergibt sich fast zwangsläufig: Zuerst muss die Textvorlage erfasst werden (Texterfassung), damit eine Auseinandersetzung mit ihr (Erörterung) möglich wird, diese wiederum bildet die Voraussetzung für die Beurteilung (Urteil). Dieser dreischrittige Haupteil der Erörterung wird bei Klausuren wie bei Schulaufsätzen (wegen des Adressatenbezugs) üblich - eingerahmt von einer Einleitung und einem Schluss. Demnach kann die Methodik der Problemerörterung anhand eines Textes etwa so aussehen:

6. Schema der Problemerörterung anhand eines Textes

6.1 Einleitung
Sie enthält Angaben (nach dem Prinzip der W-Fragen) über

6.2 Hauptteil
6.2.1 Texterfassung (= Textverständnis nachweisen)

6.2.3 (eigentliche) Erörterung


Dazu ist zu sagen:

6.3 Urteil


6.4 Schluss
Zuletzt soll die Erörterung eine Abrundung erfahren; dies kann realisiert werden z.B.

Auf alle Fälle sollte es sich um einen "findigen" Schluss handeln, der den Leser abschließend erneut für das Geschriebene einnimmt!

Weiterführende Links

Überblicksseite zur Erörterung

freie Erörterung

Erörterung mit Textvorlage

Lineare und dialektische Erörterung- eine Gegenüberstellung

Hinweise zur Erörterung

Aufsatzlehre allgemein

Beispiel für eine Problemerörterung