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Das Nibelungenlied |
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Wo ist das Nibelungenlied entstanden und welche Handschriften gibt es? |
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| Im Text werden Orte
an der Donau wie Bechelâren (Pöchlarn), Medelike (Melk) oder
Passouwe (passau) genannt.Daraus schließt die mittelhochdeutsche
Forschung, dass das Nibelungenlied in der Umgebung von Passau
entstanden ist. Überliefert sind 35 Handschriften, davon sind 24
Fragmente. Die wichtigsten sind die „A” aus Hohenems, jetzt in München;
„B” in St. Gallen, die dem Original am nächsten stehen soll und die
wie „A” aus Hohenems stammende, jetzt in Donaueschingen befindliche Handschrift
„C”, die am stärksten dem höfischen und religiösen Geschmack
ihrer Zeit angepasst ist. Alle drei Handschriften entstammen der 2. Hälfte
des 13. Jahrhunderts. Übersicht über die Handschriften Das Melker Fragment Die Prunner Handschrift Das "Nibelungenlied" ist ein mittelhochdeutsches, ursprünglich für den Gesangsvortrag bestimmtes Heldenepos in Strophen ("Sangversepos"). Neben den meist auf französische Vorlagen zurückgehenden höfischen Epen eines Hartmann von Aue oder des Wolfram von Eschenbach, entstehen in staufischer Zeit auch Epen, deren stoffliche Grundlage alte Heldenlieder der Völkerwanderungszeit bilden. Diese Lieder waren jahrhundertelang mündlich überliefert, von Spielleuten verbreitet und vielfach umgeformt worden. Um 1200 verbindet ein Dichter die Lieder von Siegfried und vom Burgundenuntergang zum Nibelungenepos. Der Dichter, er stammt aus dem bayrisch - österreichischen Donauraum, bleibt - wie für dieses literarische Genre üblich - anonym. Das "Nibelungenlied" ist wahrscheinlich am Hofe des Passauer Bischofs Wolfger zwischen 1198 und 1203 entstanden. Obwohl es den Glanz und die Verhaltensweisen der hochmittelalterlichen Welt widerspiegelt, wird in ihm die heroisch - tragische heidnische Lebensform lebendig, in der die Gesetze der Gefolgschafts- und Sippentreue sowie der Rache herrschen. So steht neben den höfischen Epen, die um die Frage nach dem rechten ritterlichen Verhalten, um Minne und Gottelshuld kreisen, das düster tragische "Nibelungenlied", in dem die Helden mit erbarmungsloser Notwendigkeit in einer brutalen Welt zugrundegehen. Das Nibelungenlied besteht aus 39 Âventiuren und ist in zwei Abschnitte geteilt: die Siegfried- und die Nibelungenhandlung. Die beiden Handlungen werden durch die Person Krimhilds verbunden, die in beiden Abschnitten vorkommt. Man könnte das Nibelungenlied auch als Krimhild- Epos bezeichnen, da Krimhilds Leben von ihrer Kindheit bis zu ihrem Tod erzählt wird. |
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Die Nibelungenstrophe |
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1
Uns ist in alten maeren
von helden lobebaeren, von vreude und hôchgezîten, von küener recken strîten Diese Zeilen als Tondokument |
wunders vil geseit von
grôzer arebeit,
von weinen und von klagen, muget ir nu wunder hoeren sagen. |
1 In alten Geschichten wird uns viel Wunderbares berichtet: von ruhmreichen Helden, von hartem Streit, von glücklichen Tagen und Festen, von Schmerzen und Klagen, vom Kampf tapferer Recken: Davon könnt auch ihr jetzt Wunderbares berichten hören. |
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Inhalt und Handlung |
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Inhaltsangabe und Personen der Handlung
Inhalt nach Âventiuren gegliedert Zum Inhalt des Nibelungenlieds und wichtigen Hintergrundinfos Einige Interpretationen im 20. Jahrhundert sehen im Nibelungenlied ein nationales Kulturdenkmal, das typisch "deutsche " Eigenschaften wie die "Nibelungentreue" Hagens verherrlicht. Reichsmarschall Göring vergleicht in einer seiner Reden an Wehrmachtsvertreter vom 30.1.1943 die Lage der Stalingradkämpfer im Zweiten Weltkrieg mit dem Kampf der Burgunden und appelliert an die Opferbereitschaft und das "Heroentum" des deutschen Volkes in Europa. |
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Die Nibelungenrezeption im Nationalsozialismus |
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Die Nationalsozialisten konnten
mühelos an die traditionell nationalistische Nibelungenlied-Rezeption
anknüpfen. Jedoch gingen sie noch weiter. In der Rezeptionsgeschichte
des Nibelungenliedes wurde mehr und mehr germanisiert und nationalistisch
interpretiert, bis es im Dritten Reich vollends ideologisch vereinnahmt
und im Sinne der Nationalsozialisten verfremdet wurde. Im Gegensatz zur
christlichen Kunst des Mittelalters wurde das Heldenlied nun als etwas Unchristlich-Urgermanisches
gesehen. Das Nibelungenlied wurde deutlich über die homerischen Epen
gestellt, denen zu schwache Charaktere unterstellt wurden. Es wurde als
,,Selbstzeugnis des deutschen Volkes" und als ,,poetisches Symbol der Einheit"
gesehen und somit wieder in den Mittelpunkt des Schulunterrichts gestellt.
,,Man verstand die Gegenwart, die Revolution der braunen Bewegung als
Erfüllung aller Hoffnungen, die sich über ein Jahrhundert lang
dem Epos verbunden hatte" ( Brackert, S. 359
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Die Nibelungenrezeption von 1945 bis heute |
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In den Schulen der 50er und
60er Jahre wurde versucht, sich von dem faschistischen Erbe des Nationalsozialismus
zu befreien. Es sollte an die Rezeption der vornationalsozialistischen Zeit
angeknüpft werden, was nicht ganz unproblematisch war. Die Grenzen
waren fließend und so war es schwer eine alte Rezeption nun als ,,gereinigt"
im Unterricht zu präsentieren. In der Kunst führte die
Verbindung des 'Ring der Nibelungen' von Wagner mit dem Nationalsozialismus
dazu, dass das Bühnenwerk als ,,Abbild deutscher Machtbild-Demonstration"
gesehen wurde. Das Nibelungenlied wurde somit zur Metapher brutaler Herrschaft,
zur dunklen Drohung des Untergang. Möglichkeiten für die weitere RezeptionBrackert fordert, dass das Nibelungenlied nicht mehr aktualisiert und die Differenz zwischen Mittelalter und moderner Neuzeit endlich hervorgehoben wird. Das Fremde des Mittelalters soll nicht mehr vernebelt werden, sondern gerade in seiner Fremdheit rezepiert werden. Immer nur wurde das ewig Gültige im Epos gesucht, statt durch den Verlauf der Historie zu versuchen, es verständlicher zu machen. Durch den Blick auf das Ewige wurde gerade das geschichtlich Bedingte aus den Augen verloren. Jeder Ideologisierung des Epos sollte in Zukunft nur mit Vorsicht begegnet werden, statt dessen sollte theoriebezogener rezipiert werden.Ehrismann erkannte 1987, dass die bisherige Rezeptionsgeschichte des Nibelungenliedes immer nur versuchte, sich auf ,,höhere Werte" zu stützen. Zu Beginn wurde im 19. Jahrhundert das Ästhetisch-Philosophische hervorgehoben, dann immer mehr das National-Politische und schließlich, in der ,,kritischen" Rezeption ab den 70er Jahren, das Soziale. Als neuen Weg schlägt Ehrismann eine Verbindung aller pädagogischen Überlegungen nach dem 2. Weltkrieg vor. |
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Literatur |