Botschaft: Sprache als Grundlage von Beziehungen, Konnotat

 

 

Lernziel:

Hier sollen Sie lernen, die rhetorischen Strategien von AutorInnen oder SprecherInnen zu erkennen, beziehungsweise Ihre eigenen "kommunikativen" Absichten selbst besser zu übermitteln. Es wird zwischen der Nachricht selbst und allen mitschwingenden Informationen, die jetzt untersucht werden, unterschieden.

 

Definition: Das Wort setzt sich aus der Vorsilbe „Kon-„ und der bedeutungstragenden Silbe „–notat“ zusammen. Die Vorsilbe „Kon-„ wird mit „mit“ übersetzt und „notieren“ ist allgemein verständlich. Das Konnotat ist das, was in einer Aussage „mitnotiert".

Im Fremdwörterbuch (Duden, Band 5) hört sich das so an:

„Konnotat ...

1. vom Sprecher bezeichneter Begriffsinhalt (im Gegensatz zu den entsprechenden Gegenständen in der außersprachlichen Wirklichkeit) ...

2. konnotative [Neben]bedeutung...

konnotativ ... die assoziative, emotionale, stilistische, wertende [Neben]bedeutung, Begleitvorstellung eines sprachlichen Zeichens betreffend...“

 

 

Wir wenden uns der Beziehungsebene zu:

 

Lesen sie noch einmal die Analyse des Hörspiels.

 

Kommunikationsschema

 

Fragestellung:

 

Wie könnte die Beziehungsebene des Hörspiels beschrieben werden?

Läßt sich das an Textbeispielen zeigen?

 

Antwort:

 

Valentin will unterhalten, dabei ist es immer leicht, wenn man sich auf Kosten einer Witzfigur, die Wanninger darstellt, amüsiert. Ein Klischee hilft dabei, das des kleinen braven Arbeiters, der gute Arbeit leistet, sich aber nur schwer artikulieren kann:

 

NEBENSTELLE 33   Hier Baufirma Meisel & Compagnie. 

BUCHBINDERMEISTER   Ja, der Ding ist hier, hier ist der - wer ist dort? 

NEBENSTELLE 33   Hier Baufirma Meisel & Compagnie. 

 

 

Gleichzeitig will Valentin auch auf die Fehler des Mediums Telefon hinweisen, beziehungsweise eventuell auf die Strukturprobleme „kleiner Mann“ gegen „große Firma“.

 

Die Firma kann als Institution betrachtet werden: bis zu einem gewissen Grad herrscht dort Spezialisierung, Arbeitsverweigerung und das Delegieren von Aufgaben. Die Spezialisierung kann durch den Instanzenlauf, den Wanninger durchmacht, gezeigt werden. Man hat es hier mit einem negativen Kompetenzkonflikt (keiner ist zuständig) zu tun. Die Arbeitsverweigerung läßt sich mit dem Ende leicht zeigen:

 

BUCHHALTUNG   So, so sind die Bücher nun endlich fertig, hören Sie, dann können Sie mir ja dieselben morgen vormittag gleich - ach, rufen Sie doch morgen wieder an, wir haben jetzt Büroschluß. 

 

So könnte eine Analyse der Beziehungsebene und des Konnotates aussehen.

Dabei ist es klar, dass die Beziehungsebene das jeweilige Sprachregister klar vorgibt.

 

Wenn ein Meister zu seinem Lehrling meint: „Na, das hast ja wieder schön gemacht“

Ist das Sprachregister klar definiert. Im Konnotat wird dann festgelegt, ob es tatsächlich ein Lob oder ein ironischer Tadel war.