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Generell unterscheidet man bei den
Wortarten zwischen flektierbaren (veränderbaren) Wortarten und
nicht flektierbaren. Flektierbar ist ein Wort dann, wenn es so abgewandelt
werden kann, dass dadurch verschiedene Personen
oder Fälle, Zeiten oder Anzahlen ausgedrückt werden. Die meisten der
wichtigsten Wortarten sind demnach flektierbar. Nicht flektierbar sind
lediglich die Adverbien (deshalb, hier),
Interjektionen (au!), Konjunktionen (und, weil, nachdem) und Präpositionen (in, über, nach).
Innerhalb der Flexion unterscheidet
man die beiden Verfahrensweisen „deklinieren“ und „konjugieren“. Dekliniert,
also dem
jeweiligen Kasus (Fall) angepasst, werden Nomen, Artikel, Pronomen,
Numerale und Adjektive. Konjugiert, also der jeweiligen Person angepasst,
werden nur Verben. Mehr dazu finden Sie aber unterhalb bei der Beschreibung der
jeweiligen Wortart.
Nomen sind flektierbar und
deklinierbar. Mit ihnen werden Lebewesen, Dinge und Begriffe bezeichnet:
}
Konkrete
Nomen
Tisch
Stuhl
Garten
}
Abstrakte
Nomen
Arbeit
Pause
Freude
Nomen werden stets großgeschrieben.
Jedes Wort einer anderen Wortart
ist nominalisierbar, also kann hauptwörtlich gebraucht werden. In diesem
Fall schreibt man dieses Wort natürlich auch groß:
}
nominalisiertes Adjektiv: das
Gute, das Böse
}
nominalisiertes Verb: das
Lernen, das Baden
Oft haben Nomen einen oder
mehrere Begleiter:
}
Artikel
der Tisch
eine Frau
mein Haus
}
Adjektiv
der schöne
Baum
die böse
Schwiegermutter
das kalte
Getränk
}
Numerale
zwei Tore
die dritte
Klasse
Speziell der Artikel erfüllt eine wichtige
Funktion. Er kennzeichnet Genus (grammatisches Geschlecht), Numerus (Einzahl oder Mehrzahl) und Kasus (Fall) eines Nomens. Die unten stehende
Tabelle gibt eine Übersicht über die Deklination deutscher Nomen, die nach
Genus, Numerus und Kasus aufgegliedert ist:
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|
Singular
(Einzahl) |
Plural
(Mehrzahl) |
||||
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|
maskulin (männlich) |
feminin (weiblich) |
neutrum (sächlich) |
maskulin (männlich) |
feminin (weiblich) |
neutrum (sächlich) |
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1. Fall: Nominativ |
der Hund |
die Treppe |
das Bein |
die Hunde |
die Treppen |
die Beine |
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2. Fall: Genitiv |
des Hundes |
der Treppe |
des Beines |
der Hunde |
der Treppen |
der Beine |
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3. Fall: Dativ |
dem Hund(e) |
der Treppe |
dem Bein(e) |
den Hunden |
den Treppen |
den Beinen |
|
4. Fall: Akkusativ |
den Hund |
die Treppe |
das Bein |
die Hunde |
die Treppen |
die Beine |
Verben sind flektierbar und
konjugierbar. Sie beschreiben Tätigkeiten und Vorgänge:
}
Mein Vater
schreibt
an seinem Buch.
}
Die Suppe kocht
auf dem Herd.
Bezüglich der Form unterscheidet man
zwischen starken
(unregelmäßigen) und schwachen (regelmäßigen) Verben. Daneben gibt
es auch noch eine Mischform. Beachten Sie die Unterschiede zwischen starken und
schwachen Verben in der folgenden Tabelle:
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|
starkes Verb |
schwaches Verb |
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Infinitiv (Nennform) |
lesen |
machen |
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3. Person Singular |
er liest |
er macht |
|
Präteritum (Mitvergangenheit) |
er las |
er machte |
|
Partizip II (der Vergangenheit) |
gelesen |
gemacht |
Bezüglich der Verwendung
unterscheidet man zwischen Voll-, Hilfs- und Modalverben:
}
Vollverben werden alleine gebraucht, um eine Tätigkeit oder
einen Vorgang auszudrücken.
arbeiten
finden
schreiben
}
Hilfsverben werden bei bestimmten grammatikalischen Konstruktionen benötigt.
sein (Perfekt: Ich bin noch nie in Lissabon gewesen.)
haben (Perfekt: Er hat gerade ein Schinkensandwich
gegessen.)
werden (Passiv: Das
Brot wird in dünne Scheiben
geschnitten.)
}
Modalverben geben zusätzlich zu einem Vollverb Informationen wie
die Tätigkeit geschieht (Modus).
sollen (Ich soll bis morgen fünfzig Seiten für die
Biologieprüfung lernen.)
mögen (bzw. möchten)
(Ich möchte jetzt bitte lesen!)
dürfen (Warum darfst du nicht mit uns in die Disco
kommen?)
müssen
können
wollen
Adjektive sind flektierbar und
deklinierbar. Sie bezeichnen einen Zustand oder eine Eigenschaft und werden kleingeschrieben.
Im Satz findet man sie als Antwort
auf die Frage: „Wie ist etwas?“
}
groß
}
bunt
}
schön
}
friedlich
Adjektive können im Satz unterschiedlich
verwendet werden:
Ein schnelles
Auto ist teuer.
Nur der Reichste
kann es sich leisten.
}
Ein Adjektiv wird attributiv verwendet, wenn
es direkt vor dem Nomen steht. In diesem Fall muss es in Zahl und Fall dem Nomen angepasst (dekliniert) werden: ein schnelles Auto, mit
einem schnellen Auto
}
Wenn das Adjektiv nicht direkt vor dem Nomen steht sondern
zu einem Verb gehört, wird es prädikativ verwendet. Egal
in welchem Fall oder in welcher Zahl das Nomen steht, das Adjektiv behält immer die Grundform.
}
Wie jede Wortart kann auch das Adjektiv nominalisiert
(hauptwörtlich gebraucht) werden. In diesem Fall schreibt man es groß und behandelt es
wie ein Nomen.
Viele Adjektive kann man steigern.
Die Steigerung kann regelmäßig oder unregelmäßig erfolgen:
|
|
regelmäßig |
unregelmäßig |
|
Grundstufe (Positiv) |
schnell |
gut |
|
1. Steigerung (Komparativ) |
schneller |
besser |
|
2. Steigerung (Superlativ) |
am schnellsten |
am besten |
Es gibt verschiedenste Formen von
Artikeln, die alle etwas gemeinsam haben: Sie können nie alleine stehen,
sondern sind immer Begleiter eines Nomens. Daher sind auch sie
flektierbar; sie müssen ja dekliniert, also an das Nomen angepasst werden.
}
Der Definitartikel (bestimmter Artikel) hebt aus
einer Menge an Personen oder Dingen eine spezielle Person oder ein spezielles
Ding heraus.
Gib mir
bitte das blaue Glas!
Ich
spreche über den Mann, den ich
gestern getroffen habe.
}
Noch stärker in dieser Hinsicht ist der Demonstrativartikel (hinweisender Artikel).
Hier ist die Person oder der Gegenstand für gewöhnlich sichtbar.
Gib mir
bitte dieses Glas!
Jenen Mann habe ich gestern getroffen.
}
Der Indefinitartikel (unbestimmter Artikel) bezeichnet eine beliebige Person oder ein
beliebiges Ding in einer Menge.
Gib mir
bitte ein Glas aus dem Schrank.
Ich suche
schon seit Jahren nach einem
sympathischen Mann.
}
Mit dem Possessivartikel (besitzanzeigender Artikel)
werden Besitzverhältnisse (tatsächliche oder übertragene) geklärt.
Das ist mein Glas. Hol dir doch ein eigenes!
Darf ich
Ihnen meinen Mann vorstellen?
Zwischen Artikel und Bezugswort können
beliebig viele andere Wörter, ja sogar Satzteile treten. Leicht lesbar wird ein
Satz dadurch nicht gerade gemacht, also sollten Sie diese Möglichkeit behutsam
anwenden.
Der 68-jährige, gerade vom Wirtshaus nach Hause
fahrende, von allen guten Geistern verlassene und stark alkoholisierte Fahrradfahrer wurde bei einer Kreuzung
von einem Auto erfasst.
Im Gegensatz zu Artikeln sind
Pronomen nicht Begleiter, sondern Stellvertreter des Nomens. Sie stehen alleine,
sind daher – wie Nomen – flektierbar und müssen gegebenenfalls dekliniert
werden.
Es gibt eine Reihe von unterschiedlichen
Pronomen:
}
Mit dem Personalpronomen werden Personen oder Dinge bezeichnet,
die schon einmal benannt wurden.
Franz ist ein guter Schifahrer. Er
fährt jedes Jahr im Winter nach St. Ulrich am Pillersee.
Mein Auto hatte wieder eine Panne. Aber jetzt funktioniert es wieder.
}
Das Demonstrativpronomen weist – ähnlich wie der
Demonstrativartikel – auf bestimmte Personen oder Dinge hin.
Mein
Mathematiklehrer konnte sehr gut Textbeispiele
erklären. Diese hatte er meistens
auch selbst erfunden.
}
Possessivpronomen werden
analog zum Possessivartikel gebraucht.
Mein Hund kann schon ein Stöckchen apportieren. - Das ist doch gar nichts! Meiner kann schon Männchen machen!
}
Fragepronomen ersetzen
das Subjekt in Fragesätzen.
Wer war der
Schuft?
Welcher der beiden war der Dieb?
}
Indefinitpronomen werden
verwendet um allgemeine Aussagen zu machen, die keine bestimmte Person
betreffen.
Man sagt,
dass Peter wieder eine neue Freundin hat.
}
Relativpronomen werden in
Relativsätzen benützt und vertreten dort ein im Hauptsatz genanntes Nomen.
Der Mann, der jeden Tag gemeinsam mit
mir in der Schnellbahn fährt, arbeitet im Büro nebenan.
Die Schule, in die ich acht Jahre ging,
wurde kürzlich geschlossen.
Mit den unflektierbaren
Konjunktionen werden Wörter, Wortgruppen oder Sätze miteinander verbunden.
Je nach Absicht unterscheidet man
Konjunktionen, die ...
}
aneinander
reihen (kopulativ): und,
sowie, sowohl – als auch, auch, außerdem, desgleichen, ebenfalls, ferner,
schließlich, zuerst, zuletzt, einerseits – andererseits, weder – noch
}
etwas
ausschließen (disjunktiv): entweder
– oder, oder
}
etwas
einschränken (restriktiv): aber,
allein, nur, sondern, jedoch, wohingegen, sofern, soweit
}
begründen (kausal):
denn, weil, obwohl, da, dass, nämlich
}
Zeit
angeben (temporal): während, nachdem, seitdem, bis
}
etwas
verneinen (negierend): ohne dass, anstatt dass, geschweige denn, nicht – sondern
}
eine
Bedingung festlegen (konditional): wenn, falls, sofern, andernfalls, sonst
}
Vergleiche
anstellen (komparativ): wie, als, ob, als wenn, genauso
}
Mittel
anzeigen (instrumental): damit, dadurch, indem
}
etwas
einräumen (konzessiv): zwar – aber, trotzdem, obgleich, obwohl, wenngleich, wenn – aber
}
einen
Zweck anzeigen (final): darum, dazu,
damit, dass
}
etwas
entgegenstellen (adversative): aber,
sondern, vielmehr, dagegen, doch, dennoch, wogegen
}
ein
Verhältnis aufzeigen (proportional): um
so, desto, je – desto
}
eine
Art und Weise aufzeigen (modal): indem,
als ob
}
lediglich grammatische Beziehungen
ausdrücken (ohne Bedeutung): dass, ob, wie
Handelt es sich um eine echte Konjunktion, die Haupt- und Teilsätze miteinander verbindet, so bleibt das Verb an der gewohnten zweiten Stelle:
Er spielt
Geige und ich blase die Flöte.
Er kam
durchnässt nach Hause, denn es regnete
stark.
Die meisten der oben genannten
Wörter sind allerdings Nebensatzkonjunktionen (Subjunktionen), die
einen Haupt- mit einem abhängigen Nebensatz verbinden. Dies lässt sich leicht
an der Endstellung des Verbs erkennen:
Er kam durchnässt nach Hause, weil es stark regnete.
Auch die
Präposition gehört zu den nicht flektierbaren Wortarten. Sie bezeichnet Verhältnisse
zwischen Personen und Sachen und ist damit sozusagen der Kleber, der
verschiedenste Wörter in einem Satz zusammen hält. Historisch haben sich die
Präpositionen aus Adverbien (an, auf,
aus, bei), später auch aus Nomen (dank,
trotz, wegen) und Adjektiven (gleich,
südlich) entwickelt.
Präpositionen
drücken kausale (Grund), lokale (Ort), modale (Art und Weise) und temporale
(Zeit) Aspekte aus. Sie bestimmen den Kasus (Fall) eines folgenden
deklinierbaren Wortes. Manche Präpositionen fordern nur einen Fall („nach dir“), manche fordern je nach
Verwendung den Dativ oder den Akkusativ („in
den Wald“, „in dem Wald“). Manche Präpositionen können auch nach einem von
ihnen im Fall bestimmten Wort stehen ("ihres
schönen Mantels wegen").
}
lokale
(örtliche) Präpositionen
ab,
abseits, an, auf, aus, außer, außerhalb, bei, bis, diesseits, durch, entlang,
fern, gegen, gegenüber, hinter, in, inmitten, innerhalb, jenseits, längs, nach,
nächst, nahe, neben, nördlich, oberhalb, östlich, seitlich, südlich, über, um,
unfern, unter, unterhalb, unweit, von, vor, westlich, zu, zunächst, zwischen
}
temporale
(Zeit kennzeichnende) Präpositionen
ab, an,
auf, aus, außerhalb, bei, binnen, bis, für, gegen, in innerhalb, mit, nach,
seit, über, um, unter, von, vor, während, zeit, um, zwischen
}
modale
(die Art und Weise kennzeichnende) Präpositionen
abzüglich, auf, aus, ausschließlich, außer, bei, bis an, bis auf, bis zu, einschließlich, entgegen, für, gegen, gegenüber, in, mit, ohne, statt, unter, von, wider, zu, zuwider, zuzüglich
}
kausale
(begründende) Präpositionen
angesichts, anlässlich, auf, auf Grund, aus, bei, betreffs, bezüglich, dank, durch, für, gemäß, in Folge, kraft, laut, mangels, mit, mittels, nach, seitens, trotz, über, um, um – willen, unbeschadet, ungeachtet, unter, von, vor, wegen, zu, zufolge
Die
unflektierbaren Adverbien bezeichnen Umstände, unter denen sich eine Handlung vollzieht.
Dabei
unterscheidet man ...
}
Frage-
bzw. Relativadverbien
Wo ist dein Auto? Ich weiß nicht mehr, wo ich es geparkt habe.
Womit habe ich das verdient? Womit du das verdient hast, kann ich mir nicht vorstellen.
}
Kausaladverbien (Gründe angebend)
... und deshalb
bin ich heute noch immer allein stehend.
Trotzdem würde ich keinen anderen Beruf ausüben wollen.
}
Lokaladverbien
(Ortsverhältnisse und Ziele angebend)
Hier ist der Ort, an dem meine Wiege stand.
Warum liegt überall
Abfall verstreut?
}
Temporaladverbien
(Umstände der Zeit angebend)
Nachmittags geht sie immer ins Schwimmbad.
Damals war noch alles ganz anders.
}
Modaladverbien
(beantworten die Frage „wie?“)
Meine Mutter geht gern in klassische Konzerte.
Er rannte blindlings
in sein Verderben.
}
Grad- und Maßangaben
Diese Suppe muss sehr
lange kochen.
Er war ziemlich
krank.
}
Pronominaladverbien (gebildet aus „da(r)“, „hier“ bzw. „wo(r)“ + Präposition)
Am Morgen danach
gab es ein ausgedehntes Champagnerfrühstück.
Die Begabung hierzu
war schon früh zu erkennen.