![]()
![]()
Das richtige Hören von Lauten ist
Voraussetzung für richtiges Schreiben. Rechtschreiben wird normalerweise so gut
eingeübt, bis es automatisch geschieht. Trotzdem ist es notwendig, dass
andererseits ausreichendes
Wissen über die deutsche Lautlehre beim Lernenden vorhanden ist.
Denn nur so kann das Wissen über die deutsche Rechtschreibung gefestigt werden.
Zwar können Rechtschreibprogramme und Lexika zu Hilfe genommen werden, aber man
muss auch wissen, wie man richtig korrigiert und wo man im Zweifelsfalle
nachschaut. Große Verwirrung herrscht seit der Einführung der neuen deutschen
Rechtschreibung. In diesem Lehrgangsmodul soll versucht werden,
diesen gordischen Knoten ein wenig zu entwirren. Mit nützlichen Links auf
andere Seiten mit interaktiven Lernmaterialien wird das Lernen der
Rechtschreibung nicht nur trocken sein, sondern hoffentlich auch Spaß machen.
In diesem Kapitel soll eine strukturelle
Sichtweise auf die Laute und Buchstaben des Deutschen den richtigen
Umgang mit den Laut- und Buchstabenzuordnungen erleichtern.
![]()
Die Buchstaben sind Teile des geschriebenen Wortes. Alle Buchstaben zusammen nennt man Alphabet. Das deutsche Alphabet besteht aus 26 Buchstaben. Jeder Buchstabe kommt in großer und kleiner Schreibung vor.
Groß- und Kleinschreibung
|
A a |
B b |
C c |
D d |
E e |
F f |
G g |
H h |
I i |
|
J j |
K k |
L l |
M m |
N n |
O o |
P p |
Q q |
R r |
|
S s |
T t |
U u |
V v |
W w |
X x |
Y y |
Z z |
|
Zum Alphabet gehören
auch
}
die Umlaute
Ä ä, Ö ö und Ü ü
}
das ß:
Dieser Buchstabe kommt nur in kleiner Schreibweise vor. (Anstelle von ß
kann auch ss treten, z.B. wenn auf der Tastatur das Sonderzeichen ß nicht
vorhanden ist)
}
und
die Diphthonge
(Zwielaute) au, äu, eu, ei, ai
![]()
Die Laute sind die kleinste
Einheit des gesprochenen Wortes. Es gibt im Deutschen mehr
Laute als Buchstaben.
Laute werden unterschieden ...
}
nach
ihrer Stellung
im Wort:
Anlaut
(am Wortanfang) z.B.
Senf
Auslaut
(am Wortende) z.B.
Haus
Inlaut
(im Wort) z.B.
brausen
}
nach Kürze oder Länge:
kurze
Laute z.B.
in Bett,
ritt,
füllen
lange
Laute z.B.
in Beet,
riet,
fühlen
}
nach Beteiligung der Stimmbänder:
stimmhafte
Laute und alle Vokale z.B.
b, d, g, l, m,
n, r, w, s
stimmlose
Laute z.B.
f, h, p, ss, sch,
z
}
nach
ihrer Artikulationsart:
Verschluss-
oder Explosivlaute z.B.
p, t, k, b, d,
g
Frikative
(Reibelaute) z.B.
f, s
Liquide
(Gleitlaute) z.B.
l, r
Nasale z.B.
m, n, ng
}
nach
dem Ort
ihrer Bildung:
Labiale
(mit den Lippen gebildet) z.B.
p, b, m, f, w
Dentale (mit
den Zähnen gebildet) z.B.
d, t, s, sch
Nasale
(in der Nase gebildet) z.B.
n
Velare
(im hinteren weichen Gaumen gebildet) z.B.
u, o
Palatale
(im vorderen harten Gaumen gebildet) z.B.
g, k, ch in ich
![]()
Die braunen
Buchstaben des
Alphabets können ohne Hilfe eines anderen Lautes
gesprochen werden, man nennt sie daher Selbstlaute
oder Vokale. Die anderen Buchstaben werden mit Hilfe der Vokale ausgesprochen, man nennt sie daher Mitlaute oder Konsonanten.
Beispiel: Das c ist ein schwach hörbarer, zwischen
Zunge und Gaumen gebildeter Laut, der beim Buchstabieren kaum zu verstehen
ist. Man spricht das c deshalb unter
Zuhilfenahme des Vokals e - also
nicht "c", sondern "cee".
![]()
Die Phonetik
(Lautlehre) ist der
Teil der Sprachwissenschaft, der sich mit der Lautbildung und den Eigenschaften der Laute unter physikalischen
(akustischen) und physiologischen (artikulatorischen) Gesichtspunkten beschäftigt.
Wichtig sind in der Phonetik also all jene Punkte, die weiter oben im
Zusammenhang mit der Lautbildung erwähnt wurden. Der Sinn der Laute oder ihre
Verbindung zu Wörtern ist unerheblich, rein ihre Bildung ist interessant.
Im Gegensatz dazu beschäftigt sich die Phonologie sehr wohl mit den bedeutungsunterscheidenden Sprachlauten: Das Phonem ist
die kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit
des gesprochenen Wortes. Man spricht dann von einem Phonem, wenn sich durch den
Austausch eines Lautes durch einen anderen Laut die Bedeutung eines Wortes
verändert. Tauscht man das /b/ im Bier
gegen z.B. ein /t/ aus, so erhält man Tier
und damit eindeutig eine veränderte Bedeutung: die Bestellung "Ein Tier,
bitte!" würde im Gasthaus vermutlich zu Irritationen führen. Da sich die
Bedeutung geändert hat, handelt es sich bei /b/ und /t/ um Phoneme.
Festgestellt wurde dies durch die Bildung von einem Minimalpaar, einem
Ersetzungstest.
![]()
© 2003, bearbeitet von Stephan Waba
Feedback an stephan@languagelab.at