ODL Deutsch

Modul Rechtschreibung 1

 

 

 

 

Inhalt

 

Gleich und ähnlich klingende Laute

Gleich oder ähnlich?

e – ä, eu – äu, ei – ai 

ü – y

b – p, d – t, g – k

end- oder ent-

tod- oder tot-

Stadt oder statt

f – v – ph – pf

x – chs – gs – ks – cks

Wenn Sie sich nicht sicher sind ...

 

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Gleich und ähnlich klingende Laute

 

Richtiges Hören ist Grundvoraussetzung für richtiges Schreiben. Dies haben Sie schon bei der Unterscheidung von kurzen und langen Lauten gelernt. In diesem Kapitel des Moduls beschäftigen wir uns nun mit gleich und ähnlich klingenden Lauten und ihren Buchstabenzuordnungen.

 

Die Neuerungen nach der Rechtschreibreform sind in diesem Lehrgang mit Rot gekennzeichnet, die Regeln mit Blau.

 

Ç

 

 

Gleich oder ähnlich?

 
Der geschlossene e-Laut wird anders gesprochen als der Umlaut ä. Der Umlaut ä wird offener gesprochen, also mehr zum a hin. e ist nicht ä und eu ist nicht äu. Die Unterscheidung, ob Umlaut oder nicht, ist sehr oft schwer zu fällen.

 

ei und ai werden zwar verschieden geschrieben, haben aber den gleichen Klang. Auch i, y und ü werden ähnlich gesprochen, wobei das y den Fremdwörtern vorbehalten bleibt.

 

Die Unterscheidung von b – p, d – t, g – k ist kaum möglich, weil diese Laute zumeist schlampig ausgesprochen werden.

Nicht zu vergessen der x-Laut, für den es folgende Schreibweisen gibt: x, chs, gs, ks und cks.

 

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e – ä, eu – äu, ei – ai 

 

Ob ein Wort mit e oder ä geschrieben wird, entscheidet das so genannte Stammprinzip. Für kurzes, offenes "e" schreibt man ä statt e,  wenn es eine Grundform mit a gibt.

 

Beispiele

}         Bänder, Bändel (wegen Band);

}         Hälse (wegen Hals);

}         Kälte, kälter (wegen kalt);

}         überschwänglich (wegen Überschwang);

}         Schenke/Schänke (wegen ausschenken/Ausschank), aufwendig/aufwändig (wegen aufwenden/Aufwand).

 

Für langes e und langes offenes e, die in der Aussprache nicht zu unterscheiden sind, schreibt man ä, sofern es eine Grundform mit a gibt:

}         quälen (wegen Qual)

}         Wörter wie: sägen, Ähre (/ Ehre), Bär , deren Herkunft unklar ist. 

 

Es gibt nur wenige Ausnahmen, die mit ä statt e geschrieben werden.

 

Beispiele: ätzen, dämmern, Geländer, Lärm, März, Schärpe

 

Zu unterscheiden sind gleich lautende, aber unterschiedlich geschriebene Wörter wie:

}         Äsche / Esche;

}         Färse / Ferse;

}         Lärche / Lerche.

 

Es gibt nur wenige Ausnahmen, die mit e statt ä wieder gegeben werden.

 

Beispiele: Eltern (trotz alt); schwenken (trotz schwanken)

 

Für den Diphthong [oy] schreibt man äu statt eu, wenn es eine Grundform mit au gibt.

 

Dies betrifft flektierte und abgeleitete Wörter wie:

}         Häuser (wegen Haus)

}         er läuft (wegen laufen)

}         Mäuse, Mäuschen (wegen Maus)

}         Gebäude (wegen Bau)

}         Geräusch (wegen rauschen)

}         sich schnäuzen (wegen Schnauze)

}         verbläuen (wegen blau)

}         nämlich (wegen Name),

}         Gräuel (wegen grauen).

 

In wenigen Wörtern schreibt man ausnahmsweise äu.

 

Das betrifft Wörter wie: Knäuel, Räude, sich räuspern, Säule, sich sträuben, täuschen.

 

Nur in wenigen Wörtern schreibt man den Diphthong [ai] ausnahmsweise ai.

 

Das betrifft Wörter wie: Hai, Kaiser, Mai.

 

Zu unterscheiden sind gleich lautende, aber unterschiedlich geschriebene Wortstämme wie:

}         Bai / bei

}         Laib / Leib / Leiberl

}         Laich / Leiche

}         Laie / Laien / leihen

}         Saite / Seite

}         Waise / Weise / weisen

 

Im Plural wird aus a ein ä und aus au ein äu. e und eu bleiben auch in der Mehrzahl e und eu.

 

Beispiele

}         Gans – Gänse,

}         Rad – Räder,

}         Maus – Mäuse,

}         aber: Eule – Eulen, Pferd – Pferde.

 

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ü – y

 

In Fremdwörtern steht sehr oft y statt ü. 

 

Beispiele: Zypern, Tyrann

 

Ç

 

 

b – p, d – t, g – k

 

Durch deutliche Aussprache eines Wortes hört man, ob es im Anlaut oder im Inlaut mit b oder p, d  oder t, g oder k geschrieben wird.

 

Beispiele

}         Bein – Pein

}         Deich – Teich

}         Gasse – Kasse

}         Ende – Ente

 

Wissen Sie nicht, ob ein Wort am Ende (Auslaut) mit b oder p, d oder t, g oder k gesprochen wird, so verlängern Sie es und suchen dazu ein verwandtes Wort

 

Beispiele

}         Kalb – Kälber

}         Herd – Herde

}         Alp – Alpen

}         Wert – Werte

 

Beachten Sie:

Mit b schreiben Sie: Abt, Erbse, Herbst, hübsch, Obst, Obhut, ab, ob.

Mit p schreiben Sie: Gips, Raps, Mops, Schlips, Papst, Kapsel; Klempner, September.

 

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end- oder ent-

 

Die Silbe end- schreiben Sie mit d, wenn Sie von "Ende" abzuleiten ist.


Beispiele

}         endlich, endlos, endgültig

}         Endpunkt, Endstation, Endlaut

 

Die Silbe ent- schreiben Sie mit t, wenn sie nicht von "Ende" abzuleiten ist.


Beispiele

}         entlang, entzwei, entbehrlich

}         Entschluss, Entspannung, Entwurf

 

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tod- oder tot-

 

Man schreibt die Vorsilbe tod-, wenn das Grundwort ein Adjektiv ist.


Beispiele

}         todernst, tödlich, todblass, todkrank

}         auch: Todfeind, Todsünde, Todessturz

 

Man schreibt die Vorsilbe tot-, wenn das Grundwort ein Verb ist.


Beispiele

}         totfahren, totgeboren, töten

}         auch: Totschlag, Totenkopf, Totenbett, die Toten

 

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Stadt oder statt

 

Man schreibt "Stadt" mit dt, aber "Stätte" (=Platz) mit tt.

Auch die Präposition mit dem Genitiv "statt" schreibt man mit tt.


Beispiele

}         Stadtrat, Städter, städtisch

}         Werkstatt, statthaft, statt seiner

 

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f – v – ph – pf

 

Für den f-Laut gibt es die drei Zeichen f, ph und v. In der Aussprache gibt es bei diesen Lauten keinen Unterschied.

 

Beispiele

}         Feile, Harfe, Fahne,

}         Larve,

}         Physik, Strophe

 

Für den f-Laut tritt am häufigsten f auf. Nach dem Konsonanten n schreiben Sie immer f.


Beispiele: Auskunft, Vernunft, Zukunft

 

Nach dem Konsonanten m schreiben Sie fast immer pf.


Beispiele: Dampf, Sumpf, Strumpf

 

In Fremdwörtern tritt der f-Laut als ph auf. Nach der neuen Rechtschreibung ist allerdings zumeist auch die Schreibweise mit f erlaubt.


Beispiele

}         Megaphon, auch Megafon

}         Orthographie, auch Orthografie

}         Photokopie, auch Fotokopie

}         aber: Physik, Strophe, Triumph

 

Ç

 

 

x – chs – gs – ks – cks

 

Mit x und chs werden nur wenige Wörter geschrieben. Dafür gibt es keine bestimmten Regeln.

 

Beispiele

}         Axt, Taxi, Text, Hexe

}         Achse, Dachs, sächsisch

 

Alle anderen Wörter, die mit dem x-Laut cks, ks oder gs geschrieben werden, lassen sich von anderen Wörtern ableiten.

 

Beispiele

}         Knacks – knacken

}         mucks – mucken

}         Koks- verkoken

}         halbwegs – Weg

}         flugs – fliegen

 

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Wenn Sie sich nicht sicher sind ...

 

In diesem Fall können Sie auch Ihr Rechtschreibprogramm zu Hilfe nehmen. Ob ein Wort mit einem e oder ä geschrieben wird, kann Ihnen das Rechtschreibprogramm zumeist sagen. Schwierig wird die Sache bei Fremdwörtern. Im Zweifelsfall ist die sicherste Methode immer: im Wörterbuch nachschauen.

 

Der Computer  hilft heute in der Praxis beim Korrigieren der Rechtschreibung. Dennoch ist ein Verständnis der zugrundeliegenden Rechtschreibregeln unabdingbar, wenn einzelne Fehler, die der Computer noch nicht erkennen kann, vermieden werden sollen. Insbesondere können Rechtschreibprogramme nicht immer bei der Groß- und Kleinschreibung, der Fremdwortschreibung und der Beistrichsetzung  helfen.

 

Der Duden gibt Ihnen Auskunft über die Neuerungen in der deutschen Rechtschreibung.

 

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© 2003, bearbeitet von Stephan Waba

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