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Entgegengesetzte
Konjunktionen
Nachgestellte
Erklärungen oder Hervorhebungen
Mehrteilige Datums-
und Zeitangaben
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Grundsätzlich
werden Kommas (Beistriche) immer in Sprechpausen gesetzt oder dort, wo man beim
Sprechen eine Pause setzen würde. Sie helfen dem Schreiber, den Satz zu
strukturieren und dem Leser, den Satz besser zu verstehen:
Immer funktionierte unser Auto nicht, ohne Bedenken habe ich es verkauft.
Immer funktionierte unser
Auto, nicht ohne Bedenken habe ich es verkauft.
Die neue
Rechtschreibung hat den unzähligen, teilweise widersprüchlichen Kommaregeln der
deutschen Sprache den Garaus gemacht und nur mehr relativ wenige verpflichtende
Beistriche übrig gelassen.
Viele
Kommaregeln der alten Rechtschreibung wurden nicht abgeschafft, sondern dürfen
nach wie vor optional verwendet werden. Gerade bei komplexen Satzstrukturen ist
auch eine Anwendung nach manchen alten Regeln sinnvoll.
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Ein Komma steht
zwischen den einzelnen Teilen einer Aufzählung,
wenn sie nicht durch „und“, „oder“, „sowie“ oder „bzw.“ verbunden sind:
}
Vergiss
nicht, dass du Zwiebeln, Knoblauch, Karotten und Nudeln kaufen musst.
}
Sie liebt Musik, schicke Kleider und sportliche Autos.
Auch Satzreihen werden mit einem Komma getrennt:
}
Der
Polizist rannte in den Kassenraum, er sah sich um und er handelte.
}
Die
Eisläuferin betrat die Eishalle, zog sich ihre Schlittschuhe an und begab sich aufs Eis.
Das Komma steht zwischen Satzteilen, die durch anreihende Konjunktionen in der Art einer Aufzählung verbunden
sind (einerseits – andererseits, je – desto, nicht nur – sondern auch, etc.):
}
Einerseits möchte Markus abnehmen, andererseits isst er für sein Leben gerne Kuchen.
}
Teils verbringt er ganze Sonntage in Cafés, teils isst er tagelang keinen Bissen.
Ausnahme: Attribute sind nicht gleichgeordnet. Sie können nicht umgedreht oder
mit „und“ verbunden werden und benötigen auch kein Komma:
}
Er sang ein bekanntes österreichisches
Volkslied.
}
Möchten Sie noch ein Glas roten burgenländischen Wein?
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Haupt- und abhängige Nebensätze werden durch Kommas getrennt:
}
Alle verstummten, als er plötzlich auftauchte.
}
Die Schüler gehen in ihren
Klassenraum, weil die Schulglocke
läutet.
Auch indirekte Fragesätze und Relativsätze werden durch Kommas
getrennt:
}
Ob ich an dem Experiment teilnehme, muss
ich mir noch überlegen.
}
Sie wollte nicht wissen, warum ihr Freund sie verlassen hatte.
}
Die Rehe, die uns bald darauf witterten, verschwanden mit großen Sprüngen im
Wald.
}
Ist das die Konditorei, die du uns empfohlen hast?
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Vergleichssätze mit „als“ oder
„wie“ werden durch Kommas abgetrennt:
}
Der Urlaub wurde besser, als ich erwartet hatte.
}
Ich habe genauso lange gearbeitet, wie ich geplant hatte.
Ausnahme: Steht kein vollständiger Satz, so entfällt das Komma:
}
Ich mag die neue Lehrerin lieber als die alte.
}
Mein Bruder so alt wie Martin.
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Ein erweiterter Infinitiv mit „zu“ kann durch ein
Komma abgetrennt werden. Bei „um zu“, „ohne zu“
und „anstatt zu“, als und außer in Verbindung mit einem erweiterten Infinitiv muss jedoch ein Komma gesetzt werden:
}
Tiere zu füttern(,) ist im Tiergarten verboten.
}
Er legte die schwierige Prüfung ab, ohne sich auf sie vorzubereiten.
Beim einfachen Infinitiv steht kein Komma,
außer wenn durch „es“ oder einem anderen Verweiswort, z.B. darauf, darauf hingewiesen wird:
}
Das tragische Ereignis gibt ihm zu
denken.
}
Sie hatte das Gefühl überflüssig zu
sein.
} Er bestand darauf, die Prüfung zu machen.
}
Es war für
sie eine leichte Übung, die Fahrprüfung zu bestehen.
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Appositionen (Beifügungen) stehen zwischen Kommas:
}
Der Direktor, verärgert
durch den Lärm, eilte herbei.
}
Dieser Kurs, einer der gefragtesten des Instituts, ist leider schon seit Wochen
ausgebucht.
Das Komma steht auch, wenn ein Hauptsatz in einen anderen
eingeschoben wird:
}
Du kannst, ich betone es noch einmal, nicht in diesem Fußballverein bleiben.
}
Meine Tochter, ich weiß weder ein noch aus, interessiert sich überhaupt nicht für
die Schule.
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Der Beistrich steht vor
entgegengesetzten Konjunktionen (z.B. „aber“, „sondern“, „allein“, „doch“, „jedoch“
oder „vielmehr“):
}
Sein Vater war ein grober, aber gutmütiger Kerl.
}
Nicht nur ihre Pullover, sondern auch ihre Handschuhe hat sie
selber gestrickt.
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Das Komma steht bei nachgestellten Erklärungen oder Hervorhebungen:
}
Wir müssen gehen! Mach dich fertig, und zwar schnell.
}
Der Abendfilm beginnt immer um 20 Uhr,
gleich nach den Nachrichten.
Das Komma schließt Erläuterungen ein, die durch
„d.h.“, „nämlich“, „z.B.“ oder „wie“ eingeleitet werden:
}
Eine Prüfung ist mir besonders leicht
gefallen, nämlich die Deutschprüfung.
}
Bestimmte Themen, z.B. die Kommasetzung, interessieren mich besonders.
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Das Komma steht auch bei Anreden, Ausrufen
und Bestätigungen im Satz:
}
Du da, hilf mir!
}
Liebe Susanne, ich schreibe dir ...
}
Ja, ich stehe dazu!
}
Aua, du tust
mir weh!
}
Da mache ich nicht mit, nein!
}
Du wirst noch einmal an mich denken, ja!
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Das Komma gliedert mehrteilige Datums-
und Zeitangaben:
}
Wien, 31. Jänner 2003
}
Graz, im Oktober 2002
}
Ich komme am Dienstag, den 12.
Dezember, (um) 12.30(,) am Südbahnhof an.
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© 2003, erstellt von Stephan Waba
2010 überarbeitet von Lisa Grilz